Essaouira







Das Monster der Mühleschleuse









Der Mühleplatz in Thun zieht mit seinen vielen Bars und Restaurants Einheimische sowie auch Touristen an. Direkt daneben verläuft die Aare, wo die untere Schleuse seit 1723 für die Regulierung des Wassers sorgt. Aus bisher nicht ganz erklärbaren Gründen entsteht nach der Schleuse eine kraftvolle Welle.
Seit einigen Jahren sind hier Leute mit Wetsuits und Surfboards anzutreffen – eine Surfkultur ist entstanden. Dudes und Dudettes kommen mit ihren Surfbrettern an den Fahrrädern, um auf dem “Monster” zu surfen. So wird die grosse Welle an der Mühleschleuse genannt.
Das Surfen auf fliessendem Gewässer macht zwar viel Spass, birgt jedoch wegen der starken Strömung und den vielen Steinen auch Gefahren.
Ich treffe Simon in légerer Kleidung und Surfboard unter dem Arm bei der Holzbrücke. Er ist ein passionierter Aaresurfer und kommt täglich nach der Arbeit zum Mühleplatz, wo er sich mit Freunden zum Surfen trifft. Er zieht sich unter seinem Poncho den Neoprenanzug an und bereitet sich auf die Surfsession vor. Damit alle mal an die Reihe kommen, dauert ein Wellenritt in der Regel eins bis zwei Minuten.
Simon paddelt von der Seite aus zur Mitte. Einmal auf dem Brett aufgestanden, versucht er sich an einigen Tricks und gleitet geschickt übers Wasser.
Ein Stück Wilder Westen im Berner Jura





Hier auf der Bison Ranch in Les Prés-d’Orvin entflieht man in eine andere Welt. Weit ab vom gewohnten Stadtleben sind Tierschädel als Dekoration keine Seltenheit.
Vor 30 Jahren sind die Bisons hier eingezogen. Seither richtet Christian Lecomte, der Eigentümer, jedes Jahr das “Saint Bison” aus. Ein Fest, das dem Geist des Wilden Westens alle Ehre macht. Cowgirls und Cowboys sitzen auf langen Festbänken, es werden Bison-Steaks und Entrecôte serviert.
Die Stimmung vor dem rustikalen Gasthof ist ausgelassen, und die Live-Musik von Rod Barthet bringt die Festgesellschaft in Schwung. Die Country-Musik lädt ein zum Tanzen, aus Holztischen werden Tanzflächen.
Gegen Mitternacht schlendern einige mit Decken unter dem Arm auf das Feld zu den Hütten und Indianer-Tipis. Das lange Feiern wird abgerundet durch eine authentische Übernachtung à la Campagne mit Trockentoiletten und ohne Strom.
Die Bisons wachen über das Land und begleiten den Schlaf mit ihrem leisen Brummen. Zwischen den Grosstieren gibt es auch ein paar Kälber. Eines ist erst wenige Tage jung. Am nächsten Tag steht ein Rundgang mit den Pferden in der umliegenden Landschaft auf dem Plan. Diverse andere Aktivitäten werden angeboten, und am Abend wird wieder das Tanzbein geschwungen.
Über Feuer laufen will gelernt sein





Manchmal sind es innere Grenzen, die uns daran hindern, weiterzukommen. Kursleiterin Natascha Moccetti hat sich zum Ziel gesetzt, uns dabei zu helfen, diese zu überwinden.
Nahe des Hundemätteli Nidau fängt das Erlebnis mit Kennenlernübungen an. Wir kommunizieren mit spontan erfundenen Lauten und vertreiben tanzend unsere Hemmungen. Das gemeinsam koordinierte Anheben und Absenken einer Holzlatte fördert den Teamgeist. Durch Gespräche über Liebe, Angst und Vertrauen werden aus Individuen eine Gemeinschaft. Fremde werden zu Vertrauten. Bei zwei Teilnehmenden bewirkte das Geschehen eine romantische Bindung. Ein Sturm zieht auf. Der Wind rauscht in den Bäumen und wirbelt den See auf.
Ein guter Zeitpunkt für eine Erfrischung. Das Grenzen Überwinden erfordert eine ordentliche Portion Wagemut und Selbstvertrauen. So auch das Zueinanderfinden, erschwert durch einen Pfeil. Zwei Gegenüberstehende setzen den Pfeil an der kleinen Einbuchtung am Hals an und laufen aufeinander zu. Das Holz bricht beim Aufeinandertreffen der Energien.
Sobald es dunkel wird, helfen alle mit beim Aufstapeln der Holzscheite. Es wird Zeit, das Feuer zu entfachen. Die Flammen lodern und verschlingen das Holz, bis nur noch glühende Kohle zurückbleibt. Natascha Moccetti formt mit der Glut einen 700 Grad heissen Weg. Es folgt der Höhepunkt des Abends, bei dem alle die Möglichkeit haben, über ihren Schatten zu springen.
Bei einer anschliessenden Grillade ist die Stimmung ausgelassen. Wir reflektieren das Erlebte und tauschen uns aus. Alle Teilnehmenden haben im Verlauf des Abends ihre inneren Grenzen überwunden und zu neuer Energie gefunden.
Von Teamgeist, Taktgefühl und rauen Händen







Donnerstagmorgen, genauer um sieben Uhr in der Früh, sind die Bieler Ruderinnen und Ruderer bereits am Clubhaus anzutreffen. Die Regatta-Saison hat begonnen und somit wird unter der Woche fleissig trainiert und am Wochenende regattiert. Ruhig und glatt ist der See, es sind erst wenige Boote draussen. Damit herrschen ideale Konditionen für ein Training auf dem Wasser.
Vor dem Einbooten werden die Schuhe passend eingestellt und die entsprechenden Ruder auf den Steg gelegt. Einige holen sich noch einen sogenannten Speedcoach, der Schlagzahl und Distanz misst.
Auf dem Wasser haben alle nochmals die Gelegenheit, kleine Anpassungen zu machen oder gegebenenfalls noch schnell die falschen Ruder auszuwechseln.
Trainer Beat Howald verkündet das heutige Trainingsprogramm und begleitet sein Team auf dem Motorboot. Marion Heiniger gleitet mit ihrem grünen Einer-Boot, einem sogenannten Skiff, kraftvoll über das Wasser. Die mehrfache Regattasiegerin möchte in diesem Jahr an der Schweizer Meisterschaft Gold gewinnen. Auch der Doppelvierer strebt an, diese Saison Medaillen zu gewinnen.
Mit im Boot sitzt Vanja, das neueste Mitglied aus der Ukraine. Da er in seiner Heimat bereits gerudert hat, ist er mit den Techniken schon vertraut. Nun muss er sich noch in die neue Team-Dynamik einfinden.
Der Rudersport fördert und lebt vom Teamgeist. Im gleichen Takt zu sein ist essentiell – Synchronität entscheidet über Sieg oder Niederlage.